Allgemeines

Lehrende:r
Prof. Dr. Jörn Hoppmann

Veranstaltung
Einführung in die Betriebswirtschaftslehre

Modul
wir011 Einführung in die BWL

Studiengänge
Zwei-Fächer-Bachelor: Wirtschaftswissenschaften
Fach-Bachelor: Mathematik, Nachhaltigkeitsökonomik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre mit juristischem Schwerpunk

Fakultät
Fakultät II – Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Institut
Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Semester
WiSe 2017/18

Turnus
Wöchentlich

Anzahl Studierende
665

KP des Moduls
6 KP

Prüfungsform
Klausur

Preis der Lehre 2017/18
Kategorie „Beste Veranstaltung“

Kategorien
Digitale Medien
Preis der Lehre
Vorlesung
Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Die Veranstaltung „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“ wurde im Wintersemester 2017/2018 in vollständig neu konzipierter Form angeboten. Zentrales Ziel: Die Studierenden mit den wesentlichen Konzepten, Instrumenten und Modellen der Betriebswirtschaftslehre (BWL) vertraut zu machen.

Zu Beginn wurden wichtige Grundbegriffe vorgestellt und ein Überblick über die Geschichte, Ziele und Gliederung der Betriebswirtschaftslehre gegeben. In zwölf Themenblöcken erhielten die Studierenden Einsichten in die wichtigsten Bereiche betriebswirtschaftlichen Handelns sowie die betriebswirtschaftliche Forschung. Der umfassende Überblick soll ermöglichen, die Inhalte der folgenden Semester in einen größeren Kontext einzuordnen und sich in Studium und Beruf gezielt zu vertiefen.

Im Rahmen der Konzeption wurden 13 unterschiedliche Lehrbücher sowie eine größere Zahl bestehender BWL-Vorlesungen an führenden Universitäten im deutschsprachigen Raum (z.B. RWTH Aachen, ETH Zürich und Universität Hamburg) gesichtet.

Transparente Lehr- und Lernziele und „lernpsychologischer Vertrag“

Die übergeordneten Lehr- und Lernziele sowie das didaktische Konzept wurden in den ersten 45 Minuten der Veranstaltung erläutert. Für die einzelnen Vorlesungen und Tutorien wurden jeweils gesonderte Ziele formuliert, besprochen und reflektiert.

Um den Studierenden die Planung zu erleichtern, erhielten sie einen Überblick über die zeitliche Abfolge der inhaltlichen Elemente, das Kursmaterial sowie den ungefähren zeitlichen Aufwand.

Außerdem wurden sie mit den in der Veranstaltung genutzten Apps „PINGO“ und „CEREGO“ vertraut gemacht, die direkt genutzt wurden, um zu ermitteln, wie sich Vorkenntnisse und Motivation der 665 Lernenden unterschieden. So ergab die Umfrage mit PINGO, dass von den Studierenden 30% kein Vorwissen, 43% Grundkenntnisse und 27% fortgeschrittene Kenntnisse besaßen.

Schließlich wurde im Sinne eines „lernpsychologischen Vertrags“ erläutert, was die Studierenden von der Veranstaltung erwarten können und welche Erwartungen im Gegenzug an sie gestellt werden.

Vorlesungen, Tutorien, „Pappa ante portas“ und PINGO

In der Veranstaltung kam eine Kombination aus klassischen Vorlesungen, Tutorien und interaktiven Apps zum Einsatz. Die Veranstaltung und einzelne Inhalte wurden durch Schaubilder klar strukturiert und anhand konkreter Unternehmensbeispiele verdeutlicht.

Um die Veranstaltung für die Studierenden möglichst abwechslungsreich zu gestalten, kamen vielfältige Medien zum Einsatz beispielsweise als Einführung zum Thema „Supply Chain Management und Materialwirtschaft“ ein Ausschnitt aus dem Film „Pappa ante portas“ von Loriot, der die Problematik von Bestellmengenoptimierung anschaulich verdeutlicht. Zudem bot die Vorlesung viel Raum für Nachfragen und Diskussionen, was von den Studierenden ausgiebig genutzt wurde.

Die Tutorien dienten dazu, die in den Vorlesungen erläuterten Konzepte und Theorien anhand konkreter Probleme aus der betriebswirtschaftlichen Praxis anzuwenden, zu vertiefen und auf diese Weise die Problemlösefähigkeit der Studierenden zu trainieren. So wurde zu Beginn eines jeden Tutoriums ein Szenario aufgezeigt, anhand dessen die Studierenden in Einzel- oder Gruppenarbeit konkrete Aufgaben zu den Vorlesungsinhalten lösten.

CEREGO ist eine Online-Lernplattform, ähnlich eines interaktiven Karteikarten-Trainers, die auf Prinzipien lernpsychologischer Forschung basiert. Die oder der Dozierende kann auf der Plattform in regelmäßigen Abständen (z.B. nach jeder Vorlesung) Multiple-Choice-, Lückentext- oder Grafik-Fragen hochladen, mit deren Hilfe die Studierenden ihr Wissen trainieren können. CEREGOs intelligenter Algorithmus passt die Lernabstände laufend an das Niveau der Studierenden an (und erinnert die Studierenden), sodass Wissen auf eine individualisierte Weise trainiert wird. Fragen, die von den Studierenden falsch beantwortet werden, werden so lange wiederholt, bis die Studierenden diese zuverlässig beantworten können, was vor allem angesichts der unterschiedlichen Wissensniveaus der Studierenden hilfreich erschien.

In der BWL-Grundveranstaltung sind viele Begriffe und Zusammenhänge für die Studierenden neu. Um Fachbegriffe und Faktenwissen zu trainieren, kam deshalb in der Veranstaltung die interaktive App CEREGO zum Einsatz.

Durch die Verfügbarkeit als Smartphone-App können Studierenden die Inhalte üben, wann und wo sie möchten. Auf diese Weise setzt CEREGO einen Anreiz für die Studierenden, sich frühzeitig mit den Inhalten der Veranstaltung auseinanderzusetzen, sodass Fachbegriffe und Faktenwissen besser behalten werden. Durch die benutzerfreundliche Gestaltung erhält das Lernen einen spielerischen Charakter. Diese Vorteile von CEREGO wurden von den Studierenden sehr positiv hervorgehoben.

Die Veranstaltung ist die erste in Deutschland, die CEREGO nutzt und das Aufsetzen erforderte einen intensiven Austausch mit den Entwicklern des Unternehmens, das seinen Sitz im Silicon Valley hat. Sowohl die Lerninhalte von CEREGO als auch die der Tutorien wurden zum Teil in ähnlicher Form in den Prüfungen abgefragt, sodass die Studierenden durch die Nutzung der App und den Besuch der Veranstaltungen unmittelbar auf die Klausur vorbereitet wurden.

Bild von einem Pingo-Beispiel
Um eine Frage zu beantworten, scannen die Studierenden einen an die Wand projizierten QR-Code und gelangen dann direkt auf eine Webseite mit den Antwortoptionen.

Um die Studierenden zu aktivieren, wurde darüber hinaus die App „PINGO“ verwendet. PINGO (peer instruction for very large groups) ist eine Anwendung, um Multiple-Choice Fragen an große Gruppen zu stellen und die Antworten in Echtzeit vor dem Plenum zu präsentieren. Die Studierenden können dabei mit ihrem Smartphone auf einer Internetseite abstimmen.

Da Wissensfragen bereits über CEREGO abgedeckt waren, wurde PINGO in der Veranstaltung vor allem genutzt, um die Interaktion zu stärken, Spannung aufzubauen und die praktische Relevanz der Inhalte aufzuzeigen. Zum Beispiel: „Wie hoch war der Frauenanteil in den Vorständen deutscher Aktienunternehmen Anfang 2016?“ (richtige Antwort: ca. 6%). Die Fragen weckten Neugierde und sorgten für angeregte Diskussionen.

Praxisbezug und Vorbereitung auf berufliche Herausforderungen

Im Rahmen der Vorlesung wurden zwei Gastdozenten eingeladen, die aus ihrem Berufsalltag in einem Start-up und der Unternehmensberatung berichteten. Die Studierenden erhielten dabei die Möglichkeit, Fragen zu Karriere, Bewerbungsprozessen, erforderlichen Schlüsselqualifikationen und beruflichen Herausforderungen zu stellen. Die Antworten der Gastdozenten verdeutlichten den Studierenden nochmals, wie die Inhalte der Veranstaltung in der Praxis Anwendung finden und boten interessante Perspektiven und Inspirationen für die eigene berufliche Zukunft.