Allgemeines
Lehrende*r
Mark Rosemann

Veranstaltung
Nachhaltiges Personalmanagement (Sustainable Human Resource Management)
Modul
wir919/wir939 – Topics in Sustainability Economics and Management
Studiengang
Betriebswirtschaftslehre (Master)
Sustainability Economics and Management (Master)
Fakultät
Fakultät II – Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Institut
Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Semester
SoSe 2025
Turnus
wöchentlich
Anzahl Studierende
10
KP des Moduls
6
Prüfungsform
Portfolio
Kategorien
Forschendes Lernen
Seminar
Stud.IP
Rechtswissenschaften
Was kann unter einem nachhaltigen Personalmanagement verstanden werden? Wie setzen Unternehmen dieses um? Und welcher Forschungsbedarf besteht für die Wissenschaft?
In diesem Modul übernehmen Studierende sukzessive eine gestalterische Rolle und durchlaufen im Sinne des Forschenden Lernen den gesamten Forschungskreislauf, um selbstgewählte Forschungsfragen zu beantworten.

Lehrkonzept
Das MA-Modul „Nachhaltiges Personalmanagement (Sustainable Human Resource Management)” (4 SWS, 6 KP) wurde im Sommersemester 2025 durchgeführt. Zehn Teilnehmende aus den Masterstudiengängen Betriebswirtschaftslehre und Sustainability Economics and Management nahmen an den wöchentlichen Veranstaltungen teil. Hierbei lernten sie das Thema Sustainable Human Resource Management aus verschiedenen Perspektiven kennen und arbeiteten gruppenbasiert an Forschungsprojekten, wobei sie den gesamten Zyklus des wissenschaftlichen Arbeitens durchliefen und gemeinsam reflektierten.
Lernziele
Die Lernziele der Studierenden basieren sowohl auf dem Thema als auch auf dem didaktischen Konzept des Moduls, dem Forschenden Lernen. Konkret sollen die Studierenden lernen, was unter dem Begriff Sustainable Human Resource Management, welcher oftmals als Überbegriff für eine Vielzahl von Themen fungiert, zu verstehen ist. Auch sollen die Studierenden einen Sinn für die Praxisrelevanz für Unternehmen bekommen und erfahren, wie eine Anwendung des Konzepts aussehen kann. Schlussendlich soll in dem Modul auch eine wissenschaftliche Perspektive eingenommen werden, sodass der Forschungsstand analysiert und Forschungsbedarf reflektiert wird. Dieser Forschungsbedarf bildet die Grundlage für Forschungsprojekte, die die Studierenden in Gruppen (3-4 Personen) im Sinne des Forschenden Lernens umsetzen. Hierbei lernen sie u.a. wie sie eine Forschungsfrage herleiten und diese in geeignete und umsetzbare Methoden übersetzen können. Ebenfalls lernen sie, was bei der Umsetzung des jeweiligen Forschungsdesigns zu beachten ist und wie Forschungsergebnisse zu analysieren, reflektieren und aufzubereiten sind. Abschließend lernen sie ebenfalls eine Vielzahl von möglichen Präsentationsformen für wissenschaftliche Forschung kennen und setzen diese um.
Inhalte
Grundsätzlich teilt sich das Modul in eine Orientierungsphase und eine Umsetzungsphase auf. Die Orientierungsphase dient dazu, die Studierenden mit dem Modulkonzept, dem Thema und dem didaktischen Konzept vertraut zu machen. Die erste Veranstaltung hat hierzu einen Workshop-Charakter, wobei zeitweise auch kurze Inputs der Lehrenden stattfinden. In einem interaktiven Prozess erarbeiten die Studierenden zunächst selbstständig und dann gemeinsam, was sie unter Sustainable Human Resource Management verstehen. Die Inputs der Lehrenden beziehen sich auf grundsätzliche methodische Ansätze des wissenschaftlichen Arbeitens (wissenschaftliches Recherchieren, Arbeiten mit einer kommentierten Literaturliste, etc.), aber nehmen auch die Diskussion der Studierenden auf und stellen diese Impulse den wissenschaftlichen Ansätzen gegenüber. Eine Woche später kommen Expert*innen aus drei sehr unterschiedlichen Unternehmen zu Wort. In den Gastbeiträgen stellen die Praktiker*innen ihre Ideen von einem Sustainable Human Resource Management vor und diskutieren mit den Studierenden über Motivationen und Herausforderungen für ihre Maßnahmen. Ein World Café mit Unterthemen des Überbegriffs Sustainable Human Resource Management wird in der Folgeveranstaltung durchgeführt, in welchem sich die Studierenden gegenseitig den Stand der Forschung zu den verschiedenen Themen erklären und gemeinsam diskutieren. Die nachfolgende Veranstaltung bildet den Übergang in die Umsetzungsphase. Zunächst gibt es einen letzten vorbereiteten Input der Lehrenden zu verschiedenen Forschungsmethoden, Präsentationsmöglichkeiten und der Gestaltung eines Exposés. Anschließend bilden sich Gruppen für Forschungsprojekte und erste Arbeitspakete und Aufgabenverteilungen werden diskutiert. Die Folgewochen orientieren sich stark an dem idealtypischen Forschungszyklus, wobei die Lehrenden eine coachende Haltung einnehmen, um beim Zeitmanagement der Studierenden zu unterstützen, die Machbarkeit von Forschungsvorhaben zu gewährleisten und die Prinzipien des guten wissenschaftlichen Arbeitens einzuhalten. Hierbei wurde es zu einem festen, wöchentlichen Bestandteil gemacht, dass die einzelnen Gruppen vor dem gesamten Kurs kurz den Stand ihres Projektes sowie die nächsten Schritte schildern, sodass die „Schwarmintelligenz“ des Kurses genutzt wird, um ein bestmögliches Feedback zu geben. Die insgesamt drei Forschungsgruppen des Sommersemesters 2025 entschieden sich für drei sehr unterschiedliche methodische Ansätze (qualitativ, quantitativ und Mixed-Methods) zu Themen wie beispielsweise Altersdiversität oder soziale Nachhaltigkeit im Employer Branding. Die Forschungsergebnisse werden am Ende des Semesters in selbstgewählten Präsentationsformen dargestellt, wobei die Auswahlmöglichkeiten der Präsentationsformen durch die Lehrenden auf drei Formate eingegrenzt werden, die sich zur Darstellung wissenschaftlicher Arbeiten eignen. Auch hier wählten die Studierenden des Sommersemesters 2025 drei unterschiedliche Ansätze, wodurch eine Gruppe eine Powerpoint-Präsentation hielt und eine andere Gruppe ein Poster präsentierte, während die letzte Gruppe ihr Forschungsprojekt in einem Wissenschaftspodcast vorstellte. Für die Podcastaufnahme wurden während des Semesters die Podcaststudios im Digitallabor und im Bibliotheks- und Informationssystem (BIS) der Universität Oldenburg besichtigt.
Prüfung und Bewertung
Die Prüfungsform des Moduls bildet eine Portfolioprüfung. Diese teilt sich in eine Teilleistung und eine Prüfungsleistung auf. Die Teilleistung ist verpflichtend zu erbringen, wird aber nicht beurteilt. Die Prüfungsleistung muss von jeder Person verpflichtend erbracht werden, die das Modul bestehen möchte, und erhält eine Bewertung. Während die Teilleistung lediglich aus der Teilnahme am World Café besteht, hat die Prüfungsleistung drei Bestandteile. Der erste Teil ist ein Reflexionsbericht über die Gastvorträge, welcher als Individualleistung von jeder Person einzeln bis zum Ende des Semesters erbracht werden muss. Prüfungsleistung Nummer zwei besteht aus einem Exposé zum geplanten Forschungsvorhaben, welches als Gruppenleistung bis zu einer Deadline zur Halbzeit des Semesters erbracht werden muss. Die letzte Prüfungsleistung besteht aus der Präsentation der jeweiligen Forschungsprojekte in der individuell gewählten Präsentationsform mitsamt Anlage der wichtigsten Dateien zur Beurteilung der Forschungsprojekte (Transkripte, Rohdaten, Analysetabellen etc.). Die prozentuale Gewichtung der einzelnen Prüfungsleistungen können die Studierenden innerhalb eines gesetzten Korridors diskursiv selbst bestimmen.
Erfahrungen
Das Lehrkonzept hat sich insgesamt bewährt und wurde sowohl von den Studierenden als auch von den Lehrenden als gewinnbringend wahrgenommen. Reflektierend sei angemerkt, dass von einer Kursgröße von mehr als 20 Personen ohne weitere Ressourcen für dieses Lehrkonzept abgeraten werden muss, da gerade in der Umsetzungsphase von den Lehrpersonen verlangt wird, sich sehr spontan in teils sehr verschiedene und komplexe Forschungsprojekte hineinzudenken. Ebenfalls sei angemerkt, dass im Vorfeld einige Vorbereitungen und Absprachen notwendig sind, die im Sommersemesters 2025 nicht ohne die Hilfe anderer Personen möglich gewesen wären und einen gewissen Aufwand mit sich bringen. An dieser Stelle sei den drei Vertreter*innen der Unternehmen Carglass, WEtell und der GLS Bank für die Einblicke gedankt. Ebenfalls bedanke ich mich bei Dr. Jens-Steffen Scherer für die Führung durchs Digitallabor und bei Lars Seehausen für die Einführung ins Podcast-Studio im BIS sowie an bei den Teams von forschung@studium und der Hochschuldidaktik der Universität Oldenburg für ihre Unterstützung. Letztendlich geht ein großes Danke auch an unsere wissenschaftliche Hilfskraft Rijka Krumbein, die an dem Erfolg des Moduls großen Anteil hatte.
Das Feedback der Studierenden fiel am Ende des Moduls stark positiv aus. Dies freut vor allem, da ca. fünf weitere Personen, nach anfänglicher Teilnahme, das Modul nach dem Starttermin verlassen haben, da sie den Aufwand für sich als zu hoch einschätzten. Die verbliebenden Studierenden attestierten dem Modul einen leicht überdurchschnittlichen Aufwand im Vergleich zu anderen Modulen, wertschätzten aber die Vielfältigkeit, die Gestaltungsfreiheiten und den wöchentlichen Austausch mit „Betreuungscharakter“. Auch wurde von den Studierenden betont, dass sie viel über den Prozess des wissenschaftlichen Arbeitens gelernt hätten, was hinsichtlich der Anwendung des didaktischen Konzepts des Forschenden Lernens sehr erfreulich ist.