Allgemeines

Lehrende

Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer

Foto von Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer.

Björn Jeddeloh

Foto von Björn Jeddeloh.

Marek Zacker

Foto von Marek Zacker.

Veranstaltung
Wenn Popmusikkultur (ihre) Geschichte schreibt

Modul
3.05.521: mus733 / mus970 / inm730 / inm740

Studiengang
M.Ed. Gym Musik
MA Musikwissenschaften
MA Integrated Media

Fakultät
Fakultät III – Sprach- und Kulturwissenschaften

Institut
Institut für Musik

Turnus
Wöchentlich

Anzahl Studierende
18

KP des Moduls
2/4 (M.Ed. Gym)
3/6 (MA Musikwissenschaften, MA Integrated Media)

Prüfungsform
Projektbericht / Gruppenprüfung / Portfolio

Kategorien
Forschendes Lernen
Kunst, Materielle Kultur und Musik
Online-Meetings
Seminar
Stud.IP

Den Ausgangspunkt des Lehrprojektes bildeten Beobachtungen, die davon zeugen, dass seit einigen Jahren populäre Musikformen und ihre Akteure als kulturelle Praxis und Mediendispositiv in den Erinnerungsräumen von Gesellschaft eine bemerkenswerte Rolle spielen. Das betrifft Radioformate wie „die größten Hits der 70er Jahre“, „die 100 besten Songs aus der DDR“, Biographien von Stars, unzählige Dokumentationen und fiktionale Filme (Biopics verstorbener und lebender „Legenden“ oder Szenen populären Musik) oder Musicals, die das Leben einzelner Musiker*innen und ihre Songs auf die Bühne bringen. Es erscheinen halbfiktionale Romane oder autobiografische Erinnerungen und Museen zeigen Dauer- oder Wanderausstellungen zur Popmusikgeschichte. Die aufgezählten Ereignisse und Formate können als Vergegenwärtigungen von (Zeit-)Geschichte und als Historiografien popkulturellen Wissens verstanden werden.

Forschungsstand und Forschungsfrage

An diesem Punkt setzte das Lehrprojekt an. In einem ersten Schritt haben sich die Studierenden einen Überblick zu konkreten Darstellungsformen von Geschichte (Ausstellungen, Romanen, Musicals, Dokumentationen, Biopics oder Listenformaten) im angesprochenen Feld verschafft und sich mit den Grundlagen historiographischer Forschung auseinandergesetzt, wie auch Texte gelesen, die das Thema Historiografien von (populärer) Musik behandeln.

Da das Seminar Studierende unterschiedlicher Fachmasterstudiengänge ansprach, ergab sich ein nutzbringender Wissenstransfer zwischen den einzelnen Fachdisziplinen.

Anwendung der Forschungsmethode zur Ermittlung eines Forschungsergebnisses

Vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines Korpus‘ der Forschung und der Kenntnisnahme des Forschungsstands entwickelten die Studierenden Fragen zu den Darstellungsweisen, den Narrativen und den Motiven anhand der ausgewählten Medien der Geschichtsschreibung. Eine wichtige Rolle spielte dabei in inhaltlicher wie methodischer Hinsicht die Bedeutung von Zeitzeugen als Archivare und Historiographen.

Präsentation von Forschungsergebnissen

Ausgehend von den Fragen über wen, worüber und v.a. wie Popmusikgeschichte geschrieben wird, lag ein besonderes Augenmerk gleich in doppelter Hinsicht auf den Darstellungsmedien und Gegenständen von Popmusikgeschichte. Es wurden nicht nur Ausstellungen, Filme, Biographien oder Themenspezifische Erlebnisorte auf ihre Narrative hin untersucht , sondern es galt, die Forschungsergebnisse selbst in einem solchen medialen Format zu präsentieren, in dem Popmusikgeschichtsschreibung heute meist stattfindet: Feature, Filme, Webseiten, Vitrinen etc., also Wege der Vermittlung von universitärem Wissen zu finden, die der populären Wissensvermittlung nicht unähnlich sind. Anders aber als es oft im Museum, in Biopics oder einer Künstlerwebseite der Fall ist, kommt es im Lehr- und Forschungszusammenhang auf die geschichts- und medienwissenschaftlichen Reflexionen und Einordnungen an. Das Lehrprojekt wurde deshalb von zwei Tutoren unterstützt. Björn Jeddeloh brachte seine geschichtswissenschaftliche Expertise und Marek Zacker seine medienpraktische Expertise ein.

Im Laufe des Lehrprojektes fanden sich studentische Arbeitsgruppen, die sich mit konkreten Medienformaten auseinandersetzten. Im Ergebnis entstanden vier Arbeiten, die im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Popularmusikforschung (22.-24.Oktober an der TU-Dortmund mit dem Titel „All the Things you are: populäre Musik und materielle Kultur“) präsentiert werden konnten, denn das Lehrprojekt hatte sich erfolgreich auf den CfP beworben. Auf der Tagung diskutierten die Studierenden, der Tutor Björn Jeddeloh und die Dozentin mit den anwesenden Wissenschaftler*innen die im Seminarzusammenhang entstandenen Forschungsergebnisse, erörterten die erarbeiteten theoretischen Perspektiven wie auch die Methodik des Lehrprojektes.

„Nachwuchsförderung im besten Sinne“, gratulierte im Anschluss des Panels der Vorstandsvorsitzende der GfPM Prof. Dr. André Doehring von der Kunstuniversität Graz.

Die Ergebnisse des Lehrprojektes im Einzelnen

„ABBA – alt, brav, bemüht – abgelöst?“Ein Videoessay von Birte Weinig und Tim Krabbe
„David Bowie in Biographien“Eine Website von Anna-Lena Engelke und Deborah Krockhaus
„Popmusikgeschichten in Biopics“Ein audiovisueller Podcast von Anna-Lena Berreth, Thomas Bittermann und Leona Cordes
„Das Hard Rock Café. Zwischen Popkulturstätte und Markenikone“Ein Radiofeature von Bianca von Husen, Lisa-Marie Poelk und Gina Christin Scharrelmann